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Vergleich Mali - Deutschland

Fläche

1 240 192 km²

356 959 km²

Einwohnerzahl

18.690.000 (2017)

81.000.000

Bevölkerungsdichte

15 Einwohner/ km²

227 Einwohner/ km²

Bevölkerungszunahme

3 % im Jahr

0,1 % im Jahr

Lebenserwartung

56 Jahre

76 Jahre

Analphabetenquote

68 %

1 %

Bruttoinlandsprodukt: in Anteilen Landwirtschaft

46,9 %

1 %

produzierendes Gewerbe

17,5 %

36 %

Dienstleistungen

35,6 %

63 %

Bruttoinlandsprodukt/Kopf/Jahr

768 US$

34600 US$

Durchschnittsalter

16 Jahre

42 Jahre

Natur

Mali besteht größtenteils aus weiten Ebenen, die nur von einzelnen Bergen überragt werden. Es hat im Norden Anteil an der Sahara und nach Süden und Westen an der Sahelzone. Der wichtigste Fluss ist der Niger, der Mali in einem Bogen durchfließt.

Klima: Im Norden herrscht Wüstenklima, das nach Süden in ein Halbwüstenklima und schließlich in ein feuchttropisches Klima übergeht. Die Temperatur beträgt im Süden zwischen 24 und 32 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt im Süden bei 1400 Millimetern, im Norden dagegen unter 127 Millimetern.

Flora und Fauna: Der Wüste im Norden folgen nach Süden die Trocken-, Dornstrauch- und Feuchtsavanne. An Tieren sind u.a. Oryxantlilope, Gazelle, Giraffen, Warzenschwein, Gepard, Löwe, Leopard und Schakal in Mail heimisch.

Geographie

Karte MaliMali hat mit seiner 1700 km langen Nord-Süd-Erstreckung Anteil an den drei Großlandschaften Sahara, Sahelzone und Sudan. Im N des Landes die vegetationslose Saharazone, die fast die Hälfte des Staatsgebietes einnimmt. Es überwiegen Ebenen; höchste Erhebung im NO die Adrar des Iforas (853 m). Der Süden des Landes ist vom Tal des Niger durchzogen. Das sumpf- und seenreiche Becken zwischen Ségou und Timbuktu, das sogenannte Nigerbinnendelta der Macina ist bei Hochwasser zu großen Teilen überflutet. Den Südwesten Malis nimmt ein Tafelland ein, in das sich der Senegal mit seinen Quellflüssen tief eingeschnitten hat. Die Bergzüge südlich des Nigerbogens besitzen im Hombori Tendo (1155 m) die höchste Erhebung des Landes.

Gesellschaft

Bevölkerung: Die wichtigsten Bevölkerungsgruppen sind Bambara ( ca. 30 %), Fulbe (ca. 14 %) Tuareg (ca. 7 %), Soninke (ca. 9 %), Senufo (ca. 12 %), Songhai (7 %) und Malinké (ca. 6 %), Dogon und andere Stämme (ca. 13 %). Etwa 90 Prozent der Einwohner gehören heutzutage dem Islam an, etwa 9 % sind Anhänger traditioneller Religionen, ungefähr 1 % sind Christen.

Rund 90 % der Bevölkerung wohnen im Süden des Landes; sie gehören überwiegend den sesshaften schwarzafrikanischen (sudaniden) Stämmen an. Im Norden leben vor allem Nomaden (Tuareg, Fulbe).

Mali ist traditionell ein Auswanderungsland. Auch der Zuzug in die Städte ist beträchtlich. Fast die Hälfte der Einwohner ist jünger als 15 Jahre. Mali ist eines der ärmsten Länder der Erde und ohne Entwicklungshilfe nicht lebensfähig. Die soziale Absicherung und medizinische Versorgung der Bevölkerung sind weitgehend unzulänglich. Für 6- bis 15jährige besteht allgemeine Schulpflicht. Nur etwa 49 Prozent aller Kinder im Grundschulalter besuchten 1997 eine Schule, 13 Prozent wurden in weiterführenden Schulen ausgebildet, und an den Hochschulen waren 1 Prozent der entsprechenden Altersgruppe immatrikuliert.

Mali ist in sieben Regionen und den Distrikt der Hauptstadt Bamako gegliedert. Die wichtigsten Städte sind Bamako (880 000 Einwohner), Ségou (85 000), Sikasso (73 050) und Mopti (75 000).

Die Rechtsprechung orientiert sich am französischen und am islamischen Recht (Scharia), sowie an der Stammesgerichtsbarkeit.

Wirtschaft

Landwirtschaft: Diese ist überwiegend auf Selbstversorgung ausgerichtet ist, bildet immer noch die volkswirtschaftliche Stütze des armen Sahellandes. Die landwirtschaftl. Anbauweise reicht vom Regenfeldbau im S bis zu Bewässerungsfeldbau am Rande der Wüste (Sahel-Zone). Angebaut werden: Hirse, Reis, Mais, Maniok und Zuckerrohr; sowie Erdnüsse und Baumwolle für den Export. Das wichtigste Ackeranbaugebiet ist das Binnendelta des Niger zwischen Ségou und Timbuktu. Durch Staudämme am Niger konnte die Ackerfläche erweitert werden. Die Ertragslage wird jedoch immer wieder durch Dürren beeinträchtigt. Viehwirtschaft wird vorwiegend extensiv von Nomaden betrieben, ist jedoch wegen des Vordringens der Sahara rückläufig. Bedeutend ist die Flussfischerei im Binnendelta des Niger.

Bodenschätze, Industrie: Die vorhandenen Bodenschätze (Eisen- und Manganerz, Bauxit, Phosphat und Salz) werden kaum abgebaut. Nur Gold gewinnt als Exportprodukt an Bedeutung. Die Energieversorgung beruht auf importiertem Erdöl und heimischer Wasserkraft. Hinzu kommt in den letzten 3 Jahrzehnten die Nutzung der Sonnenenergie. 1978 nahm südlich Timbuktu das größte Sonnenkraftwerk der Erde den Betrieb auf.

Abgesehen von einigen Verarbeitungsbetrieben für landeseigene Agrarprodukte und Verbrauchsgüterherstellung gibt es noch kaum Industriebetriebe. Exportiert werden vor allem Baumwolle und Nahrungsmittel sowie Gold. Haupthandelspartner sind Frankreich und das Nachbarland Côte d´Ivoire (Elfenbeinküste), der Senegal, Luxemburg, Großbritannien und Deutschland.

Verkehrswesen: Der Niger, der von Juli bis Januar größtenteils schiffbar ist, ist die Lebensader Malis. Der Senegal ist von Kayes bis zu seiner Mündung ebenfalls schiffbar. Das Schienennetz hat eine Länge von 729 Kilometern. Eine Eisenbahnlinie verbindet Koulikoro, Bamako und Kayes mit der Hafenstadt Dakar im Senegal. Mali verfügt über ein Straßennetz von 15 100 Kilometern Länge, davon sind 12 Prozent befestigt.

Geschichte

Im 13. Jh. gründeten Malinke das Reich Mali; Kaiser Sundjata Keita eroberte den westl. Sudan. Unter Kaiser Kankan Musa (1312-35) erlebte das Mali-Reich den Höhepunkt seiner Macht. Im 15. Jh. schrumpfte es unter den Angriffen der Tuareg und Songhai zu einem Kleinstaat zusammen. Zur gleichen Zeit hatten sich Fulbe in Masina niedergelassen. Unter Sonni Ali (1464-92) und dem Askia (Kaiser) Mohammed (1493-1528) traten die Songhai die Hegemonie im westllichen Sudan an, die sie erst 1591 durch den Einfall des Marokkaner verloren. Nach dem Zusammenbruch des Songhai-Reiches entstand südlich des marokkanischen Machtbereichs nach 1660 der Staat der Bambara von Ségou. Die weite Teile Afrikas erfassende islamische Reformbewegung im 19. Jh. führte zu neuen Staatsgründungen. Ende des 19. Jh. eroberten frz. Truppen das Gebiet (1883 Bamako, 1890 Ségou, 1894 Timbuktu).

Seit 1904 bildete Mali unter dem Namen Sudan eine eigene Verwaltungseinheit als Teil von Französisch-Westafrika, 1964 wurde es Überseeterritorium der Frz. Republik. 1959-60 bildete es mit Senegal die Mali-Föderation, die 1960 die Unabhängigkeit erhielt. Nach Auflösung der Föderation proklamierte M. Keita, der Führer der "Union Soudanaise", 1960 die Republik Mali und übernahm das Amt des Staatspräsidenten. Er leitete eine sozialistisch orientierte Innenpolitik ein und suchte Wirtschaftshilfe bei kommunistischen Staaten. Jedoch blieb Mali auch mit Frankreich verbunden. 1968 brachte ein Militärputsch Oberst Moussa Traoré an die Macht, der über zwei Jahrzehnte ohne politische Opposition ein totalitäres Regime führte. Im März 1992 fanden die ersten Mehrparteienwahlen statt, die ADEMA erlangte die Mehrheit im Parlament.

Quellen: dtv-Lexikon, 1990/ Geographie der Erde, Serges-medien, Köln 2000/ Encarta Enzyklopädie - Microsoft

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