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Aufforstung am Beispiel des Dorfes Sirakoro

Das Ziel des Vorhabens ist es, durch Anpflanzung vielfältig nutzbarer Bäume und Büsche zum Lebensunterhalt der Bevölkerung beizutragen, den bereits weitgehend degradierten Boden zu rekultivieren und das Kleinklima zu verbessern.

Nach längeren Erkundungen und Verhandlungen wurde 1999 in dem kleinen Dorf Sirakoro, das in der Nähe der alten Peulfestung Hamdallaye liegt, ein 50 ha großes Gelände gefunden, das in mehrjähriger Zusammenarbeit mit der Dorfbevölkerung aufgeforstet wird.

WindrotorIm Ausgangsstadium war die Fläche bis auf wenige Büsche kahl und der Boden schon so ausgelaugt und verhärtet, dass selbst in der Regenzeit nichts mehr wuchs. Nach Berichten der alten Dörfler war das Gebiet jedoch früher dicht mit Büschen und Bäumen bewachsen. Dank des großen Engagements von Jürgen Reinhardt, der von 1992 bis 2001 als Agraringenieur für die Allianz-Mission in Mali tätig war, ist es gelungen, die Dorfbewohner von dem nachhaltigen Nutzen, die das Vorhaben für ihre Zukunft hat, zu überzeugen und zur Mitarbeit zu motivieren, obwohl ein Erfolg nicht zu garantieren war.

Wie bei allen PA-Projekten wurde auch hier eine erhebliche Eigenleistung der späteren Nutzer gefordert. Während die Kosten für die Materialbeschaffung und den Einsatz von Fachleuten von PA zu tragen war, wurden die wesentlichen Arbeitsleistungen von den Dorfbewohnern erbracht.

Zunächst wurde am oberen Ende des leicht ansteigenden Geländes ein Brunnen angelegt; dazu waren wegen des felsigen Untergrundes Sprengarbeiten nötig. Anschließend wurde ein erster Abschnitt des Geländes topographisch vermessen. Mit Traktor und Pflug wurden dann kleine Erdwälle entlang der Höhenlinien gezogen, hinter denen dann die Pflanzlöcher gegraben wurden. Damit wurde erreicht, dass das gesamte Niederschlagswasser während der kurzen Regenzeit auf dem Feld zurückgehalten wird, das ohne die kleinen Dämme auf der geneigten Fläche abfließen würde. Während der Trockenzeit verteilt sich das Gießwasser ebenfalls selbständig entlang der Reihen. Bevor mit der Pflanzung der Setzlinge zu Beginn der Regenzeit begonnen werden konnte, wurde das Gebiet zum Schutz vor vagabundierendem Vieh mit Maschendraht umzäunt.

Aufforstung Sirakoro

Zur Bewässerung wurde im Februar 2000 eine Windpumpanlage installiert. Inzwischen ist der größte Teil der vorgesehenen Fläche bepflanzt und es zeichnet sich ab, dass bald der erste Nutzen daraus gezogen werden kann. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind ca. 40 ha kultiviert und der größte Teil der Pflanzen kommt bereits ohne künstliche Bewässerung aus. Die Betreuung des Vorhabens liegt seit dem vergangenen Jahr in den Händen Olivier Keita, einem einheimischen Agrarfachmann, der in den Diensten der Allianz-Mission steht. Die artenreiche Vegetation bietet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten:

  • Eukalyptus: schnell wachsender Baum ursprünglich aus Australien stammend mit tiefgründigen Wurzeln; kurze Gießphase; gute Trockenresistenz; Bau-, Möbel- und Brennholzholz; Blätter m. Wirkstoff gegen Schnupfen; Einschlag nach 5 bis 8 Jahren. Aus dem Wurzelstumpf treiben neue schnellwachsende Stämme hervor, die ein zweites Mal genutzt werden können.
  • Neem-Baum: Aus Indien stammend; sehr trockenresistent; bodenverbessernd, gut nachwachsend; schatten-spendend, Brennholz (ab 5. Jahr); Insektizid (Blätter u. Früchte); Wirkstoff gegen Malaria; Öl der Früchte ist Grundstoff zur Seifenherstellung;
  • Baobab (Affenbrotbaum): trockenresistent; Wasser speichernd; erreicht sehr hohes Alter; Blätter f. Saucen; Kerne als Gewürz; Früchte für Süßspeisen; Nutzen nach 10 Jahren
  • Akazie: Sahelpflanze; pflegeleicht.; widerstandsfähig gegen Trockenheit und Verbiß;stickstoffbindendBlätter und Früchte als Futter für Schafe und Ziegen; Brennholz; Nutzen nach 20 bis 30 Jahren
  • Gunna-Baum: widerstandsfähige Sahelpflanze; Blätter u. Früchte als Viehfutter; Saft aus Früchten; Nutzen ab ca. 10 Jahren
  • Tamarinde: anspruchsloser Sahelbaum, eßbare Früchte; Blätter als Viehfutter; Medizin (verdauungsfördernd) aus Blättern
  • Karité-Baum: Sahelpflanze mit vielfältigem Nutzen, stellt höhere Ansprüche an den Boden, eßbares Fruchtfleisch; Speiseöl; Seife; Öl für Kosmetik; Heilmittel (Wundbehandlung), Beruhigungsmittel
  • Tomono: Heckenpflanze; resistent gegen Trockenheit und Verbiss; essbare Früchte; Mehl aus Früchten; Viehfutter (Blätter); Windschutz
  • Prosopis: Heckenpflanze m. langen Dornen; bodenverbesserndSchutz gegen Vieh; Brennholz, Früchte eßbar
  • Nere: Buschpflanze mit langen Schoten; Aromastoffe; Grundstoff für Getränke; Kerne als Saucen-gewürz
  • Wilde Rebe: typische Sahelpflanze; Früchte roh und gekocht essbar; Saft; gut konservierbar.

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